Maine-Coon-Katze impfen

Katzenbesitzer stehen irgendwann vor der Frage, wogegen sie ihr Tier impfen lassen sollen. Manche Impfungen sind absolut notwendig, manche nur in bestimmten Fällen und andere sind schlichtweg überflüssig.

Durch Impfungen lassen sich schwerwiegende und sogar tödliche Krankheiten verhindern
Durch Impfungen lassen sich schwerwiegende und sogar tödliche Krankheiten verhindern (Bild: Bildhinweise)

Für Laien ist es nicht so leicht ersichtlich, welche Impfungen für eine Katze wirklich nötig sind. Mitunter entsteht der Verdacht, dass hier die Pharmaindustrie kräftig verdienen will. Und das will sie sicher, doch einige Impfungen sind absolut empfehlenswert, andere abhängig von der Katze und den Umständen, unter denen sie lebt. Eine entscheidende Frage ist auch, ab wann das Tier geimpft werden soll.

Wie alt muss die Katze bei der ersten Impfung sein?

Manche Impfungen wie die gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche können schon ab einem Alter von acht Wochen vorgenommen werden. Tierärzte empfehlen, dies auch gleich zu diesem Zeitpunkt umzusetzen, damit sich das Immunsystem der Kätzchen gegen Erreger wehren kann.

Denn die Säuglinge sind ähnlich wie menschliche Babys geschützt, so lange sie Muttermilch erhalten. Fällt dies weg, sind die Jungtiere zunächst einmal besonders anfällig. Deshalb ist es sinnvoll, sie gleich nach der Trennung von der Mutter zu impfen. In manchen Fällen ist einige Wochen nach der Grundimmunisierung eine Auffrischung nötig. Weitere Impfungen erfolgen im Regelfall ab der neunten und 16. Lebenswoche.

Welche Impfungen sind nötig?

Auch unter Katzenbesitzern gibt es (vehemente) Impfgegner und ebensolche -befürworter. Die meisten schließen sich jedoch den Empfehlungen der Bundestierärztekammer an, die sich für einen “höchstmöglichen Durchimpfungsgrad” ausspricht . Das heißt, dass mindestens 70 Prozent aller Hauskatzen geimpft sein müssen, um bei Auftreten von aggressiven Erregern eine Epidemie zu verhindern. Gleichzeitig sollen die Tiere nicht öfter als nötig geimpft werden, da in einige Fällen Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen oder Befindlichkeitsstörungen auftreten können.

Demnach sind einige Impfungen für alle Katzen unerlässlich, da sie sonst bereits in jungen Jahren an einer Infektion sterben und zu deren Weiterverbreitung beitragen können. Andere Impfungen wie beispielsweise die gegen Tollwut benötigen nur Freigänger-Katzen.

Die aktuellen Katzen-Impfungen im Überblick:

  • Katzenseuche (Panleukopenie, feline Parvovirose): Gegen diese hochansteckende und oft tödlich verlaufende Viruserkrankung sollten sowohl Freigänger- als auch Wohnungskatzen geimpft werden. Denn die Viren sind sehr widerstandsfähig und können bis zu einem Jahr weiterleben, wenn kontaminierte Gegenstände nicht desinfiziert werden. Jeder, der diese Gegenstände berührt, kann mit den verbliebenen Viren eine Katze anstecken. Daher wird die Immunisierung gegen die Katzenseuche selbst von Impskeptikern als absolut nötig betrachtet. Geimpft wird möglichst früh ab der achten Lebenswoche.
  • Katzenschnupfen: Klingt eher harmlos, ist aber weit mehr als ein gewöhnlicher Schnupfen. Es handelt sich um eine Erkrankung sämtlicher Atemwege, die bei Nichtbehandlung zu einer Lungenentzündung führen und im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Es gibt zwei verschiedene Ausprägungen:
    • Katzenschnupfen durch das Calici– und Herpesvirus: Hier wird eine Impfung ab der 8. Lebenswoche empfohlen. Betroffen sind Freigänger und in minderem Maße Wohnungskatzen.
    • Katzenschupfen durch Chlamydophila felis: Dieser Erreger ist sogar für den Menschen gefährlich, dennoch ist die Impfung dagegen sehr umstritten, weil sie wegen der wechselnden Chlamydien-Stämme nicht immer wirksam ist und Nebenwirkungen haben kann. Bei reinen Wohnungskatzen wird sie in der Regel nicht empfohlen. Erhöhte Infektionsgefahr herrscht bei großen Katzengruppen wie beispielsweise bei einem Züchter.
  • Tollwut: Sobald diese Krankheit ausgebrochen ist, endet sie immer tödlich. Da die Tollwut auch für den Menschen eine Gefahr darstellt, müssen Freigänger-Katzen in gefährdeten Gebieten unbedingt geimpft werden. Für Wohnungskatzen besteht keine Notwendigkeit. Es sei denn, sie sollen mit in den Auslandsurlaub fahren. Da gilt es, vorher die Einreisebestimmungen zu beachten. Geimpft wird normalerweise ab der 12. Lebenswoche.
  • Leukose (Katzen-Leukämie), felines Leukämievirus (FeLV): Diese Viruserkrankung, von der überwiegend Freigänger betroffen sind, ist bislang nicht heilbar. Infizierte Katzen bekommen Tumoren und können andere Katzen anstecken. Wenn die Katze dagegen geimpft werden soll, muss zuvor ein Antikörper-Test erfolgen. Denn ist die Katze bereits Trägerin dieses Virus, kann die Impfung die Krankheit zum Ausbruch bringen. Diese erfolgt im Normalfall ab der 9. Lebenswoche.
  • Feline infektiöse Peritonitis (FIP), felines Coronavirus (FcoV): Ist die Erkrankung erst einmal ausgebrochen, gibt es keine Heilung mehr. Gefährdet sind vor allem Tiere in Mehrkatzenhaushalten. Die Impfung kann zwischen der 16. und 20. Lebenswoche erfolgen, ist aber wegen geringem Nutzen umstritten. Die Bundestierärztekammer empfiehlt stattdessen, Katzen nur in Kleingruppen bis zu drei Tieren zu halten und auf hygienische Bedingungen vor allem im Bereich der Katzentoilette zu achten.

Fazit: Eine Impfung ist für alle Katzen unabdingbar. Da Katzenbesitzer dazu ohnehin einen Tierarzt aufsuchen müssen, empfiehlt es sich, mit ihm auch die Notwendigkeit weiterer Impfungen zu besprechen.

Wie oft müssen Katzen geimpft werden?

Dies ist eine große Streitfrage. Wurden vor einigen Jahren von nahezu allen Tierärzten noch jährliche Auffrischungen empfohlen, hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese auch in größeren Zeitabständen erfolgen kann, ohne dass der Impfschutz beeinträchtigt würde. Manche Experten vertreten sogar die Ansicht, dass bei einigen Impfungen die Grundimmunisierung für das gesamte Katzenleben ausreicht.

Dennoch gibt es vereinzelt Tierärzte, die noch alljährlich zur Auffrischung aufrufen. Katzenbesitzer sollten sich davon nicht unter Druck setzen lassen und im Notfall besser den Arzt wechseln. Unnötige Impfungen können Nebenwirkungen verursachen. Außerdem bedeutet für die meisten Katzen ein Tierarztbesuch Stress, dem man sie nicht ohne triftigen Grund aussetzen sollte.

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