Maine Coon: Lebenserwartung

Katzenbesitzer wollen ihren vierbeinigen Liebling natürlich möglichst lange bei sich haben. Deswegen ist die Frage nach der durchschnittlichen Lebenserwartung bereits bei der Kaufentscheidung wichtig.

Maine Coons haben die Aussicht auf ein langes Leben, wenn man einige Dinge beachtet
Maine Coons haben die Aussicht auf ein langes Leben, wenn man einige Dinge beachtet (Bild: Bildhinweise)

Rassekatzen haben nach Ansicht vieler Menschen eine geringere Lebenserwartung als Hauskatzen. Dies stimmt jedoch nur zum Teil. Bei manchen Rassen, die bereits lange „in Mode“ sind, haben sich schon vor einiger Zeit Erbkrankheiten eingeschlichen, denen nicht immer entsprechend begegnet wurde, weil sich das Wissen darum mit dem tiermedizinischen Fortschritt weiterentwickelt hat.

Problem der rassetypischen Erbkrankheiten

Bei den Maine Coons handelt es sich um eine vergleichsweise junge Rasse, da ihre Wurzeln zwar einige Jahrhunderte zurückreichen, die Zucht jedoch mangels Interesse an dieser Katze für einige Zeit unterbrochen war (s. „Zuchtgeschichte“ unter Alles über die Maine-Coon-Katze). Dadurch hatten sich noch keine Erbkrankheiten entwickeln können, die es inzwischen aber auch bei dieser Rasse gibt. Eine Zucht ist nun einmal darauf angelegt, die rassetypischen Merkmale zu erhalten, wodurch sich automatisch der Genpool verkleinert. Auf diese Weise entstehen Erbkrankheiten, die von Katzengeneration zu Katzengeneration weitergegeben werden.

Verantwortungsvolle Züchter beziehen natürlich keine kranken Tiere in die Weiterzucht ein und achten auch auf hygienische und gesundheitliche Standards. Denoch gibt es einige Erbkrankheiten, die sich nicht von Anfang an erkennen lassen, so dass es doch passieren kann, das eine erkrankte Katze ihre Gene weitervererbt. Eine Hüftgelenksdysplasie beispielsweise zeigt sich mitunter erst bei älteren Tieren deutlich. Gleichwohl können aber vertrauenswürdige Züchter das Risiko von Erbkrankheiten erheblich verringern.

Wie alt werden die Maine Coons?

Wenn die Maine Coon keine erblich bedingten Krankheiten bekommt und auch keinem der weiter unten aufgeführten Risiken ausgesetzt ist, hat sie durchaus eine der Hauskatze vergleichbare Lebenserwartung von etwa elf bis  15 Jahren. Vereinzelt gibt es auch Tiere, die deutlich älter werden, aber dies sind wirklich Ausnahmen und auch tatsächlich eher unter Hauskatzen zu finden. Und: Speziell eine Maine Coon tut sich im Alter schon etwas schwer. Bedingt durch ihre Körpergröße und das damit verbundene Gewicht hat sie häufiger als kleinere Katzen mit Gelenkproblemen zu kämpfen.

Weitere Risikofaktoren

Leider gibt es außer den genannten Erbkrankheiten weitere Gefahren, die einem langen Katzenleben im Weg stehen.

  • Nicht-vererbliche Krankheiten: Selbst wenn die Katze von Beginn an kerngesund ist, kann sie krank werden – sei es durch Ansteckung oder andere Einflüsse wie beispielsweise durch einen Unfall. Infektionskrankheiten lassen sich zu einem großen Teil vermeiden, wenn die Katze geimpft und nicht allzu vielen sowie intensiven Ansteckungsquellen ausgesetzt wird.
  • Mehr-Katzen-Haushalte: Damit sind in der Regel Haushalte mit mehr als drei Katzen gemeint. Je mehr Tiere unter einem Dach leben, desto größer ist die Gefahr von Infektionen und gegenseitiger Ansteckung, rivalisierendem Verhalten bis hin zu ernsthaften Verletzungen sowie nachlassende Hygiene. Dies trifft nicht auf Züchter und Leiter von Katzenheimen zu, die selbstverständlich mit den Tücken einer Mehr-Katzen-Haltung umzugehen wissen. Laien können jedoch mit mehreren Katzen zumindest auf längere Sicht überfordert werden.
  • Falsche Ernährung: Die Katze sollte ausschließlich Premiumfutter erhalten, das zu ihren persönlichen Bedürfnissen passt. Welches infrage kommt, weiß am besten der Tierarzt. Keinesfalls sollten Katzen überfüttert werden oder Reste vom Tisch bekommen. Vorsicht ist auch bei Trockenfutter geboten. Zwar ist Premiumfutter immer so konzipiert, dass es im Prinzip keine Nierenschäden verursacht, sollte aber dennoch nur mit ausreichend Wasser verabreicht werden, da es sonst vor allem bei Katern zu Harnwegsinfektionen führen kann.
  • Mangelnde Bewegung: Auch zu wenig Bewegung hat bei Katzen allgemein und bei Maine Coons im Speziellen weitreichende Auswirkungen. Ist die Katze zu dick, kann die Tätigkeit der Organe beeinträchtigt werden. Eine unverhältnismäßige Belastung der Gelenke ist sicher, was gerade die Maine Coons mit ihrer überdurchschnittlichen Körpergröße besonders betrifft.
  • Freigänger: Die geringste Lebenserwartung besitzen unabhängig von der Rasse die Freigänger-Katzen. Sie laufen Gefahr, einem Verkehrsunfall zum Opfer zu fallen sowie von einer anderen Katze, einem Hund oder einem Wildtier angegriffen zu werden. Zudem können sie sich im Freien mit wesentlich mehr Krankheiten anstecken, als wenn sie sich nur zu Hause aufhalten.
    Zum Verhängnis wird Katzen auch oft ihre Neugier: Auf diese Weise werden sie versehentlich in Keller oder Garagen eingesperrt und manchmal erst (zu) spät wiederentdeckt. Zwar kann eine Katze lange ohne Futter auskommen, aber bei heißen Temperaturen nur ganz kurz ohne Wasser. Ihre Naseweisheit führt die Mieze manchmal auch auf Bäume, von denen sie sich allein nicht mehr herunter traut. Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen allerdings kaum durch Giftköder gefährdet. Sie sind in dieser Hinsicht sehr misstrauisch und selten dazu zu bewegen, etwas „Suspektes“ zu fressen.
    Auch kriminellen Machenschaften können Katzen zum Opfer fallen: Tierfänger sind immer wieder unterwegs und bedienen sich perfider Tricks, um Haustiere zu stehlen. Woran man diese Verbrecher erkennt und worauf man achten muss, wird hier in einem Erfahrungsbericht geschildert.
  • Unfallgefahren im Haus: Selbst Wohnungskatzen sind nicht davor gefeit, einen Unfall zu erleiden. Anders als bei Freigänger-Katzen hat es hier der Besitzer jedoch selbst in der Hand, die Gefahren zu minimieren. Es sollte alles vermieden werden, womit sich die Katze strangulieren kann wie freiliegende oder -hängende Kabel und gekippte Fenster. Zudem dürfen keine schweren Gegenstände auf Möbeln stehen, von denen sie auf die Katze herunterfallen könnten, sowie keine giftigen Substanzen offen zugänglich herumstehen, keine Kerzen oder andere Feuerquellen ohne Aufsicht bleiben. Toilettendeckel gehören geschlossen. Nicht vergessen sollte man auch, dass sich Katzen gerne verstecken. Daher vor Inbetriebnahme immer einen letzten Blick in die Waschmaschine, den Trockner oder den Backofen werfen.

Wie lässt sich die Lebenserwartung erhöhen?

Die Aussicht der Maine Coon auf ein langes Leben verbessert sich, wenn man die oben genannten Risikofaktoren nach Möglichkeit ausschaltet. Unstrittig sind im Prinzip alle Punkte bis auf einen: der Freilauf. Die Katze in der ausschließlich in der Wohnung zu halten, ist natürlich die sicherste Methode, sie vor den draußen lauernden Gefahren zu schützen. Viele Besitzer möchten ihrer Fellnase aber diese Freiheit nicht vorenthalten oder halten es sogar für Tierquälerei. Wie sich diese Zwickmühle lösen lässt, lesen Sie unter „Katze-frei-laufen-lassen-oder-nicht?„.

Es lässt sich aber auch sonst noch eine Menge tun, und zwar bereits im Vorfeld, indem man sich die Zeit nimmt, einen verantwortungsvollen und anerkannten Züchter zu suchen. Dann sollte man in Absprache mit dem Tierarzt die Katze impfen lassen. Und zwar nur die wirklich nötigen Impfungen durchführen und nicht zu häufig auffrischen lassen. Das richtige Futter und ausreichend Bewegung sowie angemessene Hygiene gehören auch zu einem gesunden Katzenleben.

Dann gilt es „nur“ noch, darauf zu achten, dass die Katze auch glücklich ist. Das heißt in erster Linie auch, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Will sich die Mieze zurückziehen, braucht sie ein Refugium, in dem sie niemand stört. Möchte sie gestreichelt werden, sollte man ihr nach Möglichkeit einige Streicheleinheiten zukommen lassen. Auf keinen Fall sollte sie sich langweilen, denn dann tut sie Dinge, die ihr nicht gut tun, wie beispielsweise zu viel fressen. Sie braucht also auch viel Aufmerksameit und eventuell auch Bespaßung.

Mitunter muss man auch gegen den Willen der Katze gesunde Maßnahmen ergreifen wie zum Beispiel das Futter zu reduzieren und sie zu mehr Bewegung zu animieren, wenn sie etwas bequem geworden ist. Manche Stubentiger fühlen sich nur unter Menschen ein bisschen einsam. Da kann ein weiterer Artgenosse im Haushalt viel helfen.